Neues aus der Bezirksliga Mitte
Freitag, 6. Februar 2009
Leimbach holt Thorsten Lücke und Andreas Weber
Fußball-Bezirksligist vermeldet zwei Neuzugänge - Patrick Melcher zieht die SG Andernach der SG Gönnersdorf/Waldorf vor
GÖNNERSDORF/LEIMBACH. Während die Konkurrenten des Fußball-Bezirksligisten SG Leimbach/Adenau/Reifferscheid in der Winterpause mit spektakulären Neuverpflichtungen von sich reden machten, bereitet
SG-Trainer Jakob Weiler seine Mannschaft in Ruhe und Gelassenheit auf die ausstehenden zwölf Liga-Spiele vor. Auf Viktor Roos muss Weiler bis Mai verzichten, er tourt mit dem Rucksack durch
Australien. Kürzertreten wird Daniel Schmitz. Mit Andreas Weber vom C-Ligisten SG Ahrbrück/Hönningen und Thorsten Lücke vom Verbandsligisten FC Rheinbach glaubt Weiler sein Team dennoch verstärkt
haben. Lücke spielte früher bereits beim SV Dernau und ist umgehend spielberechtigt. "Er muss nach seiner Pause erst wieder den Spielrhythmus finden", sagt Weiler. Zeit dafür hat er bis zum 8. März.
Dann startet die SG gegen die SG 99 Andernach in die Restsaison.
Eddie Kohns, der Trainer der SG 99 Andernach, hat derzeit trotz der prekären Tabellensituation beste Laune. Zwar belegt sein Team immer noch einen Abstiegsplatz, doch die Weihnachtsgeschenke des
Andernacher Vorstandes fielen in der Winterpause großzügig aus. "So etwas wäre bei uns undenkbar", meint Weiler zur Andernacher Einkaufstour. Gleich neun neue Spieler zog es in die Bäckerjungenstadt.
Vier Akteure haben den Verein verlassen. Mit einer rundum erneuerten Mannschaft soll Kohns den Klassenverbleib sichern. "Wir wollen das Negativjahr 2008 vergessen machen und frühzeitig den
Ligaverbleib sichern. Mit attraktivem Fußball wollen wir die Andernacher wieder ins Stadion locken", erklärt Kohns. Der Optimismus scheint nicht unbegründet. Allerdings zog es Ahmed Malla-Ismail und
Veysi Arbursu zum Ost-Bezirksligisten SG Rodenbach - Andernachs Ex-Trainer Peter "Colun" Riemenschnitter ist dort Übungsleiter - sowie Alban Bardiqi zum A-Ligisten FSG Bengen/Lantershofen/
Birresdorf. Blerim Gjota verließ die SG 99 zwar ebenfalls, doch die Einkaufsliste der Andernacher ist doppelt so lang. Vom Oberligisten SG Bad Breisig wechseln Dominik Szesni und Johann Rehan nach
Andernach. Szesni ist mittlerweile auch spielberechtigt, die Fronten im Feilschen um die Ablöse waren zunächst verhärtet.
Mark Klasen kehrt aus Australien zurück. Vom Rheinlandligisten SpVgg Burgbrohl heuert Fatih Sallashi bei Kohns an. Vom B-Ligisten ATA Spor Urmitz kommt Besnik Sadrija. Die restlichen vier Spieler
folgten Kohns vom A-Ligisten SG Eintracht Mendig/Bell an den Rhein. Der Wechsel von Stefan Krafczyk, André Wilms, Björn Widerstein und Patrick Melcher stieß an der Mendiger Brauerstraße bitter auf.
Kohns sagt dazu: "Ich habe niemanden abgeworben. Den Schuh ziehe ich mir nicht an. Die Spieler sind alle mündig und aus freien Stücken zu uns gekommen. Sie haben mich angesprochen - nicht
umgekehrt."
Der personelle Andrang in Andernach war derart groß, dass Kohns sogar vier Spielern absagen musste. "Wir haben Spieler verpflichtet, die zum Teil frei zu haben waren. Nur so ließ sich die Sache auch
finanziell stemmen. Durch die Abgänge wurde ja auch einiges an Geld eingenommen. Ich würde sagen, es ist eine Art Nullsummenspiel."
Ein anderes Rechenspiel eröffnet Dierk Schlottau, der Trainer der SG Gönnersdorf/ Waldorf. Um frühzeitig den Klassenverbleib zu sichern, wünscht sich Schlottau einen Auftaktsieg gegen den
Tabellenletzten SG Moselkern/ Müden. Sollten dem FC Metternich die Punkte erwartungsgemäß abgezogen werden, würde Gönnersdorf davon profitieren. "Wir wären das einzige Team der Liga, das sechs Punkte
dazubekommen würde", so Schlottau. Damit wäre der Klassenverbleib wohl geschafft. Schlussmann Dennis Richard zog es im Winter zurück zum B-Ligisten SG Bad Bodendorf. Zugänge konnte Schlottau nicht an
Land ziehen. Auch weil Patrick Melcher, der bereits bei den Vinxtbachtalern mittrainierte und dort zugesagt hatte, einen Wechsel vom A-Ligisten SG Eintracht Mendig/ Bell zur finanzstärkeren SG 99
Andernach vorzog. "Dazu gibt es von mir keinen Kommentar - und damit habe ich wohl alles gesagt", so Schlottau. Offen ist auch noch seine persönliche Zukunft. Der Vorstand würde sich mit der
Mannschaft zusammensetzen und die Zukunft planen. Vom Verlauf dieser Gespräche hänge auch Schlottaus Zukunft ab. "Das ist aber alles noch Zukunftsmusik", so der Trainer.
Die SG Eich/Nickenich/ Kell gibt sich ebenfalls bescheiden. "Wir können uns keinen fertigen Spieler holen, aber müssen dennoch zurück in die Spur kommen. Zuletzt sind wir außer Tritt geraten",
erläutert Trainer Ralph Seul. Nur zu gern hätte Seul Stürmer Daniel Bianco verpflichtet. Er blieb jedoch bei der SG Eintracht Mendig/Bell. So ergänzen Kai Schmitz und Alexander Keller aus der Eicher
Reserve nun den Bezirksliga-Kader. Thomas Waldecker und Christian Anhaus sollen sich in der Reserve beweisen. Zum A-Ligisten TuS Hausen zog es Christian Schmitt, der mit seiner Situation nicht
zufrieden war. (dag)
Rhein-Zeitung - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 06.02.2009, Seite 11.
Vertragsamateure... und kein Ende
Samstag, 28. Februar 2009
Bezirksliga Mitte
Auch eine Woche vor dem Start der "Rückrunde" ist noch keine Entscheidung gefallen.
Fall "FC Metternich" ist vorerst vertagt
Fußball-Bezirksliga Mitte: Wartet der Verein erst auf das Urteil des Schiedsgerichts? - Der Germania droht der Verlust von sage und schreibe 37 Punkten
Die Bezirksspruchkammer hat im Fall des FC Metternich noch immer kein Urteil gesprochen.
KOBLENZ. Die Bezirks-spruchkammer Mitte um den Vorsitzenden Achim Kroth (Boppard) hat im Fall FC Germania Metternich noch keine Entscheidung gefällt. Der Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga Mitte
hat Fehler in Sachen Spielberechtigung der ehemaligen Vertragsamateure Jan Alsbach, Sascha Böhr und Christian Braun gemacht. Nun befürchtet der FC den Abzug von 37 Punkten und den Fall auf den
letzten Tabellenplatz (die RZ berichtete). Nach der Verhandlung in der vergangenen Woche konnte die Spruchkammer aus zeitlichen Gründen noch kein Urteil fällen. Dieses wollte Kroth einige Tage später
telefonisch mit seinen Beisitzern abstimmen und dem Verein anschließend mitteilen. "Zwischenzeitlich ist bei uns aber schon die Berufung des FC Metternich II und des SV Weitersburg eingegangen", sagt
Kroth. Weitersburg (Abzug von 23 Punkten) und Metternich II (Abzug von drei Punkten) waren in erster Instanz von der Kreisspruchkammer verurteilt worden. In zweiter und letzter Instanz ist nun auch
die Bezirksspruchkammer Mitte dafür zuständig. "Es handelt sich um einen identischen Sachverhalt, und wenn wir der ersten Metternicher Mannschaft ein Urteil verkünden, wäre die Berufungsverhandlung
ja schon entschieden und somit eine Farce", erklärt Kroth.
Der Bezirksspruchkammer-Vorsitzende informierte die Germania darüber und bot an, in einem Termin zu verhandeln und daraufhin gleichzeitig ein Urteil zu verkünden. Über die zweite Alternative
informierte er Rechtsanwalt Franz Schaffranek, der Metternich und Weitersburg vertritt, ebenfalls: Er will warten, bis das Schiedsgericht im März im Fall Oppertsau entscheidet. Dann wüssten die
Vereine, wo sie dran sind und könnten entscheiden, wie sie weitermachen. Schließlich koste ein Prozess vorm Schiedsgericht zwischen 1500 und 2000 Euro. "Klarheit haben die Vereine sowieso erst nach
der letzten Instanz", so Kroth, der nun auf eine Antwort des FC wartet. "Für uns ist das völlig unbefriedigend. Wir geben das Verfahren aus der Hand, wenn wir das Schiedsgericht abwarten. Wir haben
uns mehr erwartet", sagt der FC-Vorsitzende Ralph Lehnertz nach einer aus seiner Sicht "guten Verhandlung". Stefan Lebert
Rhein-Zeitung - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 28.02.2009, Seite 12.

SG 99 ANDERNACH
